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Antonianum testet Schulbuch von Morgen

Erstellt: Mittwoch, 11. Juli 2018 Geschrieben von C. Alz

GESEKE Geht es nach der Strategie der Kultusministerkonferenz, „Bildung in der digitalen Welt“, bleiben dem Gymnasium Antonianum noch drei Jahre. Drei Jahre, ehe jede Schülerin und jeder Schüler, wie rund 11 Millionen weitere Mitschüler in ganz Deutschland, Zugriff auf eine digitale Lernumgebung und einen Internetzugang haben sollen. Denn, so Bundesbildungsministerin Anja Karliczek auch mit Blick auf das Antonianum: „Eine Schule muss aufgreifen, wenn sich das Leben verändert, zum Beispiel durch Digitalisierung. Die Hoffnung: „Digitalisierung in der Schule ist ein Instrument, um den Unterricht zu verändern.“ 

So weit, so gut, aus Berliner Perspektive. Hiervon ausgehend greift ein wissenschaftliches Pilotprojekt am Städtischen Gymnasium Antonianum nun die konkrete Umsetzbarkeit  mit Blick auf ein zentrales Medium auf und fragt sich: „Wie kann ein digitales Schulbuch zukünftig Schülerinnen und Schüler zum Nachdenken über ihr Lernen anregen?“. Seit 2015 arbeitet Deutsch- und Sportlehrerin Christina Alz an ebendieser Frage, die den Kern ihres Promotionsvorhaben bildet. „Der Mehrwert für die Unterrichtsentwicklung steht im Mittelpunkt. Was sind Herausforderung, Grenzen, was sind Chancen? Fragen, die mich ob ihrer Aktualität und zukünftigen Bedeutsamkeit umtreiben. Und das Besondere am Projekt: Ich bin ganz nah an der Unterrichtspraxis“, so die 29-jährige Lehrerin des Antonianums. Federführend begleitet wird das Vorhaben von der ehemaligen Paderborner Dozentin - und nach ihrem Ruf nun Professorin - Dr. Sandra Assmann an der Ruhr-Universität Bochum. Sie unterstützt das Design-Based-Research-Projekt, bei dem immer wieder Interessen zukünftiger Nutzer, Lernender und Lehrender, erhoben werden und schließlich in einem Prototypen eines digitalen Schulbuchs münden. 

Ein kurzer Rückblick: 2016 stand ganz im Zeichen erster Ideensammlungen mithilfe von Software-Entwicklungsmethoden und vielen Interviews mit Lehrern, Schülern und Informatikern. Seit 2017 dann die Zusammenarbeit mit der Universität Paderborn, um aus den gewonnenen Erkenntnissen einen Prototypen zu entwicklen. In den zurückliegenden Wochen des Jahres 2018 dann ein Meilenstein: die Testung der vorläufigen Version im Deutsch-Unterricht der 9G. 

Heranrollende Koffer des morgens deuteten dabei zuletzt nicht auf die nahenden Ferien hin, sondern auf Leihgaben der Universität zu Köln und Ruhr-Universität Bochum: 25 iPads, ein gesamter Klassensatz, mit dessen Hilfe die Schülerinnen und Schüler das Unterrichtsvorhaben „Ideen erörtern: Ich werde zum Redner!?“ multimedial-interaktiv erarbeiteten. Ob Selbsteinschätzung des Lernstands mit Echtzeit-Auswertung, das Nutzen von Kamera- und Tonaufzeichnungen für die Rückmeldung der Präsentationstechnik oder regelmäßige multimediale Memos über das Lernvermögen: Dies sind nur wenige Beispiele für die Umsetzung des digitalen Schulbuchs zum Nachdenken über das Lernen. Zudem stellte das Schulbuch keine abgeschlossene Version dar, sondern wurde beispielsweise auch durch das Einfügen eines unmittelbar entstandenen Video-Workshops weitergeschrieben. 

Damit nicht genug: Nach der Auswertung der gewonnenen Erkenntnisse folgt in wenigen Monaten ein abschließender Expertenworkshop, bei dem die Ergebnisse diskutiert werden. Man kann gespannt sein, welche Antwort auf die Frage gefunden wird: „Wie sieht denn nun die Bildung in der digitalen Welt und damit auch in Geseke aus?“

 

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